Wo nur anfangen… Zucht…

Diesen Artikel haben wir bereits vor einiger Zeit begonnen. Er muss jetzt mal endlich veröffentlicht werden ;).

Es ist viel passiert in den letzten Monaten im letzten Jahr. Am Wichtigsten ist: wir sind Eltern geworden :-D. Das hat natürlich nicht so viel mit unserer kleinen Imkerei zu tun, aber ist für uns verständlicherweise ein riesiges Ereignis.

Aber auch mit unseren Bienen ist eine Menge passiert. Gehen wir mal der Reihe nach. Dieses wird der erste Teil sein, ein bisschen mit den Ereignissen aufzuholen.

Zuchtlehrgang

Eine ruhige Hand ist gefragt beim Umlarven.

Katrin interessiert sich ja nicht so sehr für die Zucht. Das ist ja vielleicht auch ganz gut, so können wir unsere unterschiedlichen Stärken ausspielen. Der Landesverband Weser-Ems hatte für das Jahr 2017 zum Modul Königinnenzucht aus dem Profilierungslehrgang eingeladen, zu dem mich ein befreundeter Imker überreden musste.

Der Kurs fand meist wöchentlich freitags auf dem Gelände des Imkervereins Delmenhorst über den Zeitraum der Sommerferien statt. Dieser Verein hat sich ein echtes Schmuckstück erschaffen mit den riesigen Trachtwiesen und einem ansehnlichen Vereinsgebäude inklusive Vereinsschleuderraum den man als Mitglied mieten kann (definitiv nachahmungswert, IV Bremen von 1875).

Jeder Teilnehmer musste mit einem Pflegevolk auf das Gelände wandern, um alle Schritte der Königinnenzucht an den eigenen Bienen durchführen zu können. Jeder hat natürlich seine eigenen Ideen und Grundsätze mit eingebracht, so dass man jedem über die Schulter schauen konnte, wie sie oder er es anstellt, Königinnen zu vermehren.

Die Frage nach Buckfast oder Carnica stellte sich gar nicht. Wie selbstverständlich wurden beide Bienenrassen gleichberechtigt behandelt, völlig frei von unnötigen Diskussionen. Herrlich und ungemein motivierend, sich beide Seiten anzuhören ohne ständig böse Blicke zu ernten. Und natürlich wurde von beiden Bienenrassen Zuchtstoff ausgegeben.

Was haben wir also

Der Zuchtrahmen mit Platz für 30 neue Königinnen wird in ein Pflegevolk eingehangen.

alles besprochen? Zeitpläne der Zucht, Bienenrassen, verschiedene Zuchtmethoden, das Umlarven, Arbeit auf der Belegstelle, Erstellung von Begattungseinheiten und vieles mehr. Für jemanden, der schon viele Bücher dazu gelesen hat und auf der einen oder anderen Belegstelle hat Königinnen begatten lassen, wenig Neues, dafür aber schön sich nochmal darüber mit anderen fortgeschrittenen Imker/-innen auszutauschen und neue Impulse für die eigene Zucht zu erhalten.

Wie wir vermehrt haben?

Es gibt ja bekanntlich viele Wege, die zum Ziel führen. Das ist für Anfänger durchaus etwas schwer sich da zurechtzufinden. Wir haben uns ja auch schon ein paar Jahre in der Königinnenvermehrung versucht und auch eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen. Jedes Mal lernt man Neues dazu. Eines ist, dass man sich wirklich anschauen muss, ob die beschriebenen Methoden auch mit der eigenen Betriebsweise zusammenpassen. Im Zuchtkurs wurde vor allem das Arbeiten mit zwei Bruträumen thematisiert. Wir imkern aber mit Dadant.

Wir haben also den Brutraum zur Seite und die Honigräume auf den Boden gestellt, einige junge Bienen (ohne Königin) aus dem Brutraum dazugefegt und dort den Zuchtstoff zugehangen. Nach einigen Tagen wurde der Turm wieder „normal“ zusammengebaut und wir konnten normal weitermachen. Den Vorteil, den wir hier sehen, ist, dass wir relativ spontan mit einer Zuchtserie beginnen können und mit unserem Volk weiterhin Honig ernten können. Das macht für unsere Idee vom Imkern am meisten Sinn.

Zuchtstoff wurde uns von Spieker und Aumeier angeboten. Beim Umlarven haben wir eine Menge technischer Kniffe mitbekommen. Auch den Sinn eines Brutschrankes konnten wir deutlich erkennen, da doch eindeutig mehr Königinnen im Brutschrank schlüpften. Schlechtes Wetter erschwert einem die Königinnenvermehrung doch enorm. Nachdem der Zuchtstoff im Pflegevolk angezogen wurde, wird der gesamte Turm wieder zusammengebaut und der Zuchtstoff entweder im Pflegevolk nach dem Verdeckeln zu Ende gepflegt oder er kommt in den Brutschrank.

Ab auf die Belegstelle

Wir haben unsere Buckfastköniginnen auf die Belegstelle Leyhörn gebracht bzw. bringen lassen. Dort stehen einige Drohnenvölker der Linie VT97-3(PJ). Spannendes Material aus Paul Jungens VSH Projekt. Da kann man  gespannt sein.

Um die eigenen Völker dorthin zu bringen eignen sich natürlich auch verschiedene Varianten. Wir haben uns für MiniPlus MWKs entschieden. Wir halten diese Minivölkchen für die „normalste“ Variante, da hier die Königinnen in einem intakten Volk aufwachsen. Die im Zuchtlehrgang auch genutzten EWKs halten wir einfach für zu klein, aber da gibt es natürlich auch wieder unterschiedliche Präferenzen.

Drei Wochen später (ja, das gute Wetter wollte einfach nicht kommen) kamen unsere Damen wieder. Leider mit mäßigem Erfolg, so dass von unseren anfänglich 17 Weiselzellen, davon 8 geschlüpft, nur 3 begattet wurden.

Unser Gefühl sagt, dass wir die Vermehrung ganz gut verstanden haben.

Dieser Artikel beschreibt unsere Zucht im Jahr 2017. Der Artikel lag etwas länger halbfertig auf der Halde. 

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